Türen schließen, Türen öffnen

 

Wie du Türen schließt und öffnest mit deiner Einstellung

Die Türe – sehe ich sie? Mache ich sie auf? Gehe ich durch?

Ihr kennt doch sicherlich auch einige Zitate zum Thema „Türen, die sich öffnen“ oder?
Sowas wie „Wahrheit ist, keine Angst zu haben. Ängste schließen Türen. Die Freiheit öffnet sie. Und wenn die Freiheit klein ist, öffnet sie immerhin ein Fensterchen.“ Von Franziskus.

Oder eben der schlaue Satz, es öffnet sich immer wieder eine neue Tür, wenn sich eine andere schließt. Ich nutze das auch immer wieder, und gerade, wenn ich Vergleiche immer wieder benutze, dann beginne ich, diese auch mal zu hinterfragen.
Also schauen wir uns doch mal die Türen etwas genauer an.

Ich beginne mit einer kleinen Geschichte, die ich neulich im Zug von München nach Hause erlebt hatte. Ich sitze immer im Bord Bistro, da kann ich wunderbar arbeiten und habe viel Platz. Diesmal saß ich direkt neben der automatischen Türe, die zur ersten Klasse führt. Die Tür war defekt, so dass jeder, der hindurch wollte, manuell den Knopf etwas fester drücken musste, um sie zu öffnen.

Es war sehr interessant, die unterschiedlichen Herangehensweisen zu beobachten.

·         Es gab diejenigen, für die das nicht wirklich schwierig war: Aha, Türe geht nicht automatisch auf, wo ist denn der Knopf, hier ist der Knopf, gedrückt, durchgegangen fertig.

·         Es gab Menschen, die haben zuerst sich gewundert und dann geflucht, wieso geht die Tür nicht auf, das kanns ja wohl nicht sein, und unter lautem „Gemurmel“ haben sie dann die Herangehensweise wie in der ersten Gruppierung gewählt

·         Es gab Menschen, die haben sich fragend umgeschaut, woraufhin ich den Knopf etwas fester gedrückt habe und sie glücklich von dannen gezogen sind

·         Dann gab es noch 2 ganz besondere Menschen, die sich völlig identisch verhalten haben. Das fand ich äußerst bemerkenswert: Ein Mann kommt an die Tür, stellt fest sie geht nicht auf, sieht den Knopf, drückt leicht drauf, nicht passiert. Und was macht er? Er dreht sich um und geht wieder – und zwar nicht zum Kellner, um zu fragen, sondern ganz weg. Das fand ich spannend, und wenn ich in dem Moment damit gerechnet hätte, dann hätte ich ihn gefragt. Diese Möglichkeit ergab sich eine Stunde später. Eine Frau kommt an die Tür, identisches Verhalten, Knopf geht nicht, sie dreht sich um und will gehen. Nein, nicht mit mir. Ich halte sie auf und frage höflich „warum gehen sie denn jetzt wieder, weil die Tür nicht aufgeht“? „Ja genau“ „Warum versuchen sie es nicht noch mal oder fragen jemanden?“ Und die Antwort war „weil das doch die Tür zur 1. Klasse ist, da kommt man nicht rein“.

 

Ich bin selten sprachlos, in dem Moment war ich es. Ich habe die Tür geöffnet, ihr einen wunderschönen Tag gewünscht und mich wieder in mein Buch vertieft. Sie ging übrigens nicht hindurch.

Warum erzähl ich diese Geschichte? Weil ich denke, dass sie einiges über Ängste und Einstellungen aussagt. Die Frau am Schluss sah sich mit derselben Herausforderung konfrontiert wie alle anderen auch, und dennoch hatte sie eine völlig andere Interpretation. Ist dies schlecht? Natürlich nicht, es ist nur dann schlecht, wenn sie dadurch nicht dort hinkommt, wo sie eigentlich hinmöchte.

Es ist ein bisschen wie mit dem doppelten Eis am Abend, ist dies schlecht? Nein, an und für sich ja ein Genuss, wenn ich aber gerade 20 Kilo abnehmen möchte, dann könnte es nicht zielführend sein. Es hängt also auch ein wenig davon ab, was in dem Moment meine Intention, mein Ziel ist.

Wenn ich aber nun davon ausgehe, dass die Frau wirklich auf die andere Seite der Türe wollte (weil z.B. dieser Zugteil nach der nächsten Haltestelle nach Zagreb weiterfuhr, sie aber nach Villach wollte), dann frage ich mich, ob ihre Interpretation der verschlossenen Tür ihr wirklich weiter half?

Wäre es nicht an der Zeit, in so einem Moment die eigenen Gedanken zu hinterfragen?
Mal zu überprüfen, was ich da gerade denke und ob das sinnvoll ist?
Häufig nehmen wir uns aber im Alltag genau diese Zeit nicht. Wir funktonieren einfach in unseren Handlungen, ohne zu hinterfragen, ob diese Handlung gerade richtig oder wichtig ist, ob sie uns hilft an unser Ziel zu kommen, ob sie sinnvoll ist oder ob wir sie einfach nur machen, weil es eben „schon immer so wahr“.

Bei der Geschichte mit der Türe war es nun sehr offensichtlich, aber genau diese Entscheidungen, die so unlogisch sind, treffen wir jeden Tag in unserem Alltag. Ein anderer Name dafür sind Strukturen, Gewohnheiten, Programme. Dinge, die wir einfach tun und nicht mehr in Frage stellen. Sind Gewohnheiten gut? Natürlich, Anschnallen im Auto, Pipi Machen Händewaschen, Zähneputzen, etc. all das sind wunderbare Gewohnheiten. Wie sieht es mit dem Nachmittags-Kuchen aus?
Der Tüte Gummibärchen auf dem Sofa am Abend, die Zigarette danach, das „eine“ Glas Wein zum Essen, der Weg zur Arbeit mit dem Auto, … ich könnte stundenlang so weitermachen. Nicht jede Gewohnheit hilft uns in unserem Jetzt, das Leben zu leben, welches wir uns wünschen.

Deswegen würde ich mir wünschen, dass wir uns mehr Hinterfragen, bevor wir handeln oder einfach so weiter funktionieren. Und dann kommen auch wieder die Türen ins Spiel. Wenn wir eine Tür schließen, dann öffnen sich meistens viele andere. Wenn wir zum Beispiel entscheiden, uns gesünder zu ernähren, dann passiert es häufig im Laufe der Monate, dass wir uns auch mehr bewegen, mehr auf unsere Gesundheit achten, eventuell mit dem Rauchen aufhören oder beginnen Atemübungen zu machen. Und schon sind viele neue Türen aufgetaucht, durch die wir gehen können.

Ist es immer einfach eine Tür zu schließen? Natürlich nicht, denn wir sind es ja gewohnt, dies zu leben. Außerdem wissen wir weder genau, ob sich eine neue Tür öffnet, noch wissen wir was hinter dieser neuen Tür stecken könnte. Macht das manchmal Angst? Klar.

Und dann kehren viele um… „besser doch nicht… oder morgen“. Aber der Gegenspieler zur Angst ist der Mut, einfach mal ins Handeln kommen, und siehe da, die neue Tür ist sogar eine riesige Chance.

Also ruhig mal sagen „ich mach das jetzt“ und schließe eine Tür, die mir nicht mehr gut tut und schaue mal, welch neue Tür sich auftut und was sich alles Positives dahinter verbirgt.

 

Wollen wir mal gemeinsam schauen, an welchen Türen du dich noch festhältst? Welche „erste Klasse Blockaden“ dich noch hindern, das Knöpfchen zu drücken und mal schauen, welches unglaubliche Potential hinter den Türen sich verbirgt? 

Meld dich einfach für ein kostenloses Beratungsgespräch bei mir an. 

Deine Simone 

 

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